Allergietypen leicht erklärt

Allergische Reaktionen fallen nicht immer gleich aus. Deshalb hat man versucht die Reaktionen aufgrund ihrer zugrundeliegenden immunologischen Mechanismen in verschiedenen Typen einzuteilen. Nach Gell und Coombs aus dem Jahr 1963 unterscheidet man vier verschiedene allergische Reaktionstypen, die heute noch Bestand haben, auch wenn der Übergang teilweise fließend ist. Folgende vier Allergietypen werden unterschieden:

Typ I-Reaktion oder Reaktion vom Soforttyp

Allergien die sich zu den Typ-I-Reaktionen zählen, sind am häufigsten vertreten. Schätzungen besagen, dass etwa 20 Prozent aller Allergiker unter dieser Allergieform leiden1. Die Typ I-Reaktion beruht auf einer Überproduktion von IgE-Antikörpern. Diese werden gebildet, wenn das Allergen mit dem Körper über die Haut oder die Schleimhäute in Kontakt kommt und fälschlicherweise als fremd erkannt wird. Es erfolgt die sogenannte Sensibilisierung. Beim erneuten Kontakt des Allergens mit dem Körper erfolgt dann die allergische Sofortreaktion.

Typische Auslöser für Typ I-Reaktionen sind unter anderem Pollen, Tierhaar, Milben(kot), Medikamente oder auch Nahrungsmittel.


Typ II-Reaktion oder zytotoxische Immunreaktion

Die Typ II-Reaktion wird auch zytotoxische/zellschädigende Immunreaktion genannt, da neben den Zellen, die mit dem Allergen behaftet sind, auch umliegendes Gewebe zerstört wird. Es kommt also zu einer Selbstschädigung der Zellen. Der Grund dafür liegt in den Abwehrmechanismen, die sich gegen Antigene richtet, die Teil körpereigener Zellen geworden sind.

Typische Auslöser für die (seltenen) Typ II-Reaktionen sind unter anderem Medikamente.

Typ III-Reaktion oder Immunkomplexvermittelte Immunreaktion

Bei Typ III-Reaktionen bilden Antikörper, Allergene und weitere Blutbestandteile zu mehrgliedrigen Komplexen. Man spricht deshalb auch von einer Immunkomplexvermittelte Immunreaktion.

Typische Auslöser der Typ III-Reaktion sind unter anderem Medikamente oder Schimmelpilze.

Typ IV-Reaktion oder Reaktionen vom verzögerten Typ

Die Typ IV-Reaktion ist eine zellvermittelte Reaktion. Hierbei reagieren Abwehrzellen (T-Lymphozyten - weiße Blutkörperchen) direkt mit den Allergenen und setzen dabei Botenstoffe frei, die zu Entzündungsreaktionen des umliegenden Gewebes führen.

Typische der Typ IV-Reaktion Auslöser sind unter anderem Medikamente oder Lebensmittel.

Unterschiede zwischen den verschiedenen Allergietypen

Die vier Allergietypen unterscheiden sich unter anderem in der Zeitspanne, wann die Reaktionen sichtbar werden. Darüber hinaus ist es für eine Behandlung sehr wichtig zu wissen, um welchen Allergietyp es sich handelt, um entsprechend vorgehen zu können.

Quellen und Verweise

Allgemeiner wichtiger Hinweis:
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Der Artikel wurde am 21.05.2015 veröffentlicht.