Bluttest bei Allergie

Ein häufiger Allergietest ist die Untersuchung des Bluts. Diese Form des Allergietests kommt vor allem zur Bestätigung eines schon vorangegangenen Hauttests zur Anwendung, oder bei kleinen Kindern, bei denen ein Hauttest nicht in Frage kommt. Nachfolgend dreht sich alles um Allergietest bei denen die Bestimmung von Antikörpern im Mittelpunkt stehen.

Was wird untersucht?

Das Blut wird auf Antikörper (Immunglobuline) untersucht. Das Vorhandensein dieser Antikörper in hoher Zahl kann das Ergebnis einer Überempfindlichkeitsreaktion durch eine Allergie sein. Bei Betroffenen einer allergischen Sofortreaktionen (Typ I) liegen beispielsweise häufig erhöhte Werte an Immunglobulin E (IgE) vor.

IgE-Test vs. IgG-Test

Bei den meisten Wirbeltieren gibt es fünf verschiedene Klassen von Immunglobuline, die unterschiedliche Aufgaben haben. So ist das Immunglobulin E (IgE) neben dem Schutz vor Parasiten auch bei Allergien beteiligt. Aus diesem Grund wird bei einem Blut-Allergietest der IgE-Wert ermittelt.

Es gibt allerdings auch Tests, die statt den IgE-Wert messen, den IgG-Wert bestimmen. Gerade beim Nachweis von Nahrungsmittelallergien, bei denen der Test häufig eingesetzt wird, sind nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen IgG-Antikörper gegen Nahrungsmittel kein Indikator. Die Grund dafür liegt daran, dass der Körper auf fremde Eiweiße stets mit der Bildung von IgG-Antikörpern reagiert. Es ist also eine völlig normale Antwort des Immunsystems. Ein solcher IgG-Test sollte daher als Nachweis einer vermeintlichen Allergie nicht herangezogen werden. Ärzte warnen sogar vor den Konsequenzen eines IgG-Tests. Sollte beispielsweise bei einem positiven Testergebnis auf ein bestimmtes Lebensmittel, dieses Lebensmittel einfach ab sofort aus dem Speiseplan gestrichen werden, dann kann eine ausgewogene Ernährung gefährdet sein und Mangelerscheinungen auftreten. Von vielen Krankenkassen werden deshalb die Kosten für einen IgG-Test auch nicht übernommen.

Wie wird gemessen?

Bluttests können mit verschiedenen Testverfahren durchgeführt werden. Man unterscheidet dabei zwischen den enzymimmunologischen und den radioimmunologischen Testverfahren.

Enzymimmunologische Testverfahren

Bei den enzymimmunologische Testverfahren werden Antikörper verwendet, die mit einem Enzym beladen sind und die Farbreaktionen auslösen können. Gemessen wird dementsprechend die Farbreaktion.

Spezielle enzymimmunologische Testverfahren sind:

  • Fluoreszenz-Enzym-Immunoassay (FEIA)
  • Enzyme-linked Immunosorbent Assay (ELISA)
  • Cellular Antigen Stimulations Test (CAST)

Radioimmunologische Testverfahren

Bei den radioimmunologischen Testverfahren werden radioaktive markierte Antikörper verwendet, deren Radioaktivität anschließend gemessen wird, Nachfolgend werden die radioimmunologischen Testverfahren Papier-Radio-Immuno-Sorbens-Test (PRIST) und Radio-Allergen-Sorbens-Test (RAST) näher vorgestellt.

Papier-Radio-Immuno-Sorbens-Test (PRIST)

Beim Papier-Radio-Immuno-Sorbens-Test (kurz PRIST) wird die Gesamt IgE-Konzentration gemessen. Ein hoher Wert kann eine Sensibilisierung anzeigen, allerdings weist der Test nicht darauf hin, gegen welches Allergen der Körper bzw. das Immunsystem überreagiert. Zudem kann ein hoher Gesamt-IgE-Spiegel auch durch Parasitenbefall oder bestimmten Bluterkrankungen vorliegen.

Radio-Allergen-Sorbens-Test (RAST)

Im Gegensatz zum Papier-Radio-Immuno-Sorbens-Test lassen sich beim Radio-Allergen-Sorbens-Test (kurz RAST) genau die IgE-Antikörper bestimmen, die gegen bestimmte Allergieauslöser gerichtet sind. Dafür sollten vor der Untersuchung allerdings schon die entsprechende Stoffe bekannt sein, die als Allergieauslöser in Betracht kommen könnten.

Positives Ergebnis = Allergie?

Ein positives Ergebnis bei einem Bluttest ist ein Anzeichen für eine vorliegende Allergie, aber auf keinen Fall ein Beweis! Diese Form des Allergietests zeigt weist lediglich auf eine Sensibilisierung hin. Die Frage, ob diese Sensibilisierung aber auch für die allergischen Beschwerden verantwortlich ist, lässt sich nur mit den Testergebnissen nicht beantworten. Entscheidet ist deshalb die Hinzuziehung der Krankengeschichte des Betroffenen. Eine gründliche Anamnese durch den Arzt ist deshalb unerlässlich für die Einordnung der Blutwerte durch diesen Allergietest.

Vorteile und Nachteile des Bluttests

Der Bluttest ist ein Allergietest und vielen anderen. Nachfolgende werden deshalb die einzelnen Vorteile und auch Nachteile dieses Testverfahrens aufgelistet:

Vorteile des Bluttest bei Allergien

Nachfolgend die Vorteile eines Bluttest bei Allergien:

  • Geeignet bei jüngere Kinder
  • Lassen sich anwenden, wenn Hauttests nicht möglich sind (z.B. bei stark entzündeter Haut)
  • Keine Gefahr einer allergischen Reaktion/anaphylaktischer Schocks

Nachteil des Bluttest bei Allergien

Nachfolgend die Nachteile eines Bluttest bei Allergien

  • Nicht so aussagekräftig wie Hauttests oder Provokationstests
  • Vergleichsweise relativ teuer

Quellen und Verweise

  • Laboratory Tests and Diagnostic Procedures, 6th Edition- By Cynthia C. Chernecky, PhD, RN, CNS, AOCN, FAAN and Barbara J. Berger, MSN, RN
  • In vitro allergy testing von Lewis L. Perelmutter in Clinical Reviews In Allergy June 1994, Volume 12, Ausgabe 2, Seiten 151-165
  • Allergologie-Handbuch: Grundlagen und klinische Praxis von Joachim Saloga und Ludger Klimek
  • Der Allergien-Ratgeber: Symptome, Risiken und Therapien von Dr. med. Guido Ern,Dr. med. Ralf D. Fischbach

Allgemeiner wichtiger Hinweis:
Die auf dieser Seite aufgeführten Informationen wurden im bestem Gewissen nach dem aktuellen Stand der Forschung zusammengetragen und aufbereitet. Für eine Richtigkeit kann dennoch nicht garantiert werden. Deshalb dienen die Informationen auch nicht für eine Selbstdiagnose und ersetzen auf keinen Fall einen Arztbesuch. Darüber hinaus dienen die Artikel der allgemeinen Bildung und stellen keine Beratung für individuelle Fälle dar. Bei Fragen rund um Ihre Gesundheit ist der Arzt immer erster Ansprechpartner!

Artikel veröffentlicht am 03.04.2015 und am 04.04.2015 zuletzt geändert.