Lebensmittelallergie

Die Lebensmittelallergie oder auch Nahrungsmittelallergie zeichnet sich durch eine spezifische Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe in der Nahrung aus. Sie ist eine besondere Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Ursachen

Die Ursachen für eine Lebensmittelallergie sind dieselben wie bei jeder anderen Allergie. Ein harmloser Stoff verursacht eine Abwehrreaktion im Immunsystem. Warum der Verzehr von bestimmten Lebensmitteln bzw. deren Inhaltsstoffen aber zu einer solchen Antigen-Antikörper-Reaktion führt, das ist bisher nicht bekannt. Es gibt verschiedene Theorien, zu denen beispielsweise auch die sogenannte Hygienehypothese zählt. Diese geht davon aus, dass das Immunsystem unseres Körpers durch die heutigen hohen hygienischen Standards unterfordert ist und deshalb ungefährliche Stoffe fälschlicherweise als potentiell schädliche klassifiziert und entsprechend reagiert. Forscher fanden beispielsweise heraus, dass Kinder die auf dem Land leben seltener eine Allergie gegen etwas entwickeln als Kinder aus der Stadt.

Auch konnte ein familiär gehäuftes Auftreten beobachtet werden, sodass heutzutage von einer erblichen Komponente ausgegangen wird. Leider also schon die Mutter, der Vater oder gar beide Eltern an einer Lebensmittelallergie oder einer anderen Allergie, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch das Kind eine Allergie entwickeln wird.

Laut dem European Food Information Council (EUFIC) ist die wahrgenommene Warhscheinlichkeit auf ein Lebensmittel „allergisch“ zu sein viel kleiner als die tatsächliche. Eine von drei Personen glaubt an einer Lebensmittelallergie zu leiden, tatsächlich sollen aber nur rund 2% der erwachsenen Bevölkerung und 3 bis 7% der Kinder betroffen sein. 1

Grundsätzlich kann jedes Lebensmittel, bzw. dessen Inhaltsstoffe, eine Lebensmittelallergie auslösen. Die EU-Richtlinie 2007/68/EG2 vom 27. November 2007 listet 14 Zutaten auf, die als mögliche Auslöser von Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten auf verpackten Lebensmitteln angegeben werden müssen, da sie am häufigsten zu Reaktionen vom so genannten Soforttyp führen:

  1. Glutenhaltige Getreide, d. h. Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut oder deren Hybridstämme
  2. Krebstiere
  3. Eier
  4. Fische
  5. Erdnüsse
  6. Sojabohnen
  7. Milch (einschließlich Laktose)
  8. Schalenfrüchte, d. h. Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Kaschunüsse, Pekannüsse, Paranüsse, Pistazien, Makadamianüsse und Queenslandnüsse
  9. Sellerie
  10. Senf
  11. Sesamsamen
  12. Schwefeldioxid und Sulfite in Konzentrationen von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l, ausgedrückt als SO2
  13. Lupinen
  14. Weichtiere
Lebensmittelallergie samt Allergien

Symptome der Lebensmittelallergie

Die Symptome bei einer Lebensmittelallergie tauchen meist unmittelbar nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Es kann aber auch eine zeitliche Verzögerung von bis zu zwei Stunden vorkommen. Einteilen lassen sich die Symptome in Atemwegssymptome, Hautsymptome und Magen-/Darmsymptome. Nachfolgend eine (unvollständige) Auflistung von den häufigsten Symptomen einer Lebensmittelallergie:

  • Atemwege
    • Niesen
    • Husten
    • Atembeschwerden/keuchender Atem/Asthma
  • Haut
    • Hautausschläge und Rötungen
    • Schwellungen von Lippe, Mund, Zunge, Gesicht und/oder Hals
    • Juckreiz
    • Nesselausschlag
  • Magen/Darm
    • Durchfall
    • Erbrechen
    • Blähungen
    • Koliken
    • Unterleibskrämpge

Im schlimmsten Fall kann es auch ein anaphylaktischer Schock auftreten, was das heftigste Symptom bei einer allergischen Reaktion ist.

Lebensmittelallergie Test

Lebensmittelallergien können über verschiedene Testverfahren nachgewiesen werden. Das kann über eine Analyse des Bluts stattfinden, bzw. den üblichen Hauttest (wie den Pricktest) oder aber auch den Provokationstests.

Um die Erfolgschancen eines solchen Allergietests zu erhöhen, sollte man davor schon die mögliche Ursache eingegrenzt, sprich das auslösende Lebensmittel ermittelt haben. Das kann man zum einen tun, in dem man ein Ernährungstagebuch führt, in den man die Mahlzeiten und die anschließenden körperlichen Beschwerden dokumentiert. Anschließend kann man prüfen, ob das Weglassen von potentiellen Lebensmittel eine Verbesserung mit sich bring. Zusammen mit dem Arzt können diese Beobachtungen anschließend ausgewertet werden.

Unterschied zwischen Nahrungsmittelallergie und Lebensmittelintoleranz

Die Lebensmittelintoleranz (auch Lebensmittelunverträglichkeit genannt, ist der Oberbegriff bei Reaktionen in denen der Körper auf bestimmte Lebensmittel reagiert. Bei einer Lebensmittelallergie ist nun das Immunsystem beteiligt, dass einen harmlosen Stoff als schädlich einstuft. Bei der sogenannten Pseudoallergie, eine nicht-allergischen Überempfindlichkeit, ist das Immunsystem hingegen nicht beteiligt. Diese Lebensmittelunverträglichkeiten lösen zwar ähnliche Beschwerden wie eine Allergie aus, Ursachen sind hier aber beispielsweise psychosomatische Reaktionen, Enzymdefekte wie bei der Laktoseintoleranz oder auch so genannte Malabsorptionen. Während der Körper von Betroffene bei einer Allergie schon bei kleinsten Mengen des reizenden Lebensmittels deutliche Reaktionen zeigt, toleriert der Körper bei einer Lebensmittelunverträglichkeit hingegen oft kleine Mengen des entsprechenden Lebensmittels. Oft treten die Symptome auch erst zeitversetzt auf.

Kreuzallergie

Eine besondere Form der Nahrungsmittelallergie ist die so genannte Kreuzallergie. Diese tritt bei Pollenallergiker auf. Sind diese beispielsweise allergisch auf Birkenpollen, dann können sie im Laufe der Zeit auch eine Allergie gegen Äpfel und Kirschen entwickeln. Der Grund liegt in der Ähnlichkeit der Allergene mancher Pollen und Früchte. Das Immunsystem kann die Quelle einfach nicht mehr unterscheiden.

Auch können Latexallergiker beim Kontakt von Lebensmittel, wie beispielsweise Bananen, eine allergische Reaktion zeigen, allerdings nicht wegen dem Lebensmittel an sich, sondern weil dieses vor dem Verkauf mit latexhaltigen Handschuhen in Berührung gekommen sind.

Quellen und Verweise

Allgemeiner wichtiger Hinweis:
Die auf dieser Seite aufgeführten Informationen wurden im bestem Gewissen nach dem aktuellen Stand der Forschung zusammengetragen und aufbereitet. Für eine Richtigkeit kann dennoch nicht garantiert werden. Deshalb dienen die Informationen auch nicht für eine Selbstdiagnose und ersetzen auf keinen Fall einen Arztbesuch. Darüber hinaus dienen die Artikel der allgemeinen Bildung und stellen keine Beratung für individuelle Fälle dar. Bei Fragen rund um Ihre Gesundheit ist der Arzt immer erster Ansprechpartner!

Der Artikel wurde zuletzt am 21.05.2015 aktualisiert.