Tattoo-Allergie: Alles was man wissen muss

Allergie gegen Tattoo: Sollte man einen Test machen
Lieber Testen: Tattoos können Allergien auslösen
Myriams-Fotos/Pixabay.com

Wie eine Studie von Medizinern der Universität Regensburg aufzeigen konnten, stecken in den bis zu 300 verschiedenen Farbmischungen, die Tätowierer für die bunten Hautbilder einsetzen, die verschiedensten Substanzen. Relevant wird dies im Zusammenhang mit Allergien, da einige dieser Substanzen unter Umständen Kontaktallergien auslösen können. Auswirkungen ist eine entzündete Haut, die rot, juckt, schuppt und manchmal sogar nässende Bläschen bildet. Laut stern.de1 leiden in Deutschland 21 Prozent der Frauen und acht Prozent der Männer an solch einer Kontaktallergie.

Auslöser von Allergien bei Tattoos

Häufige Auslöser für Kontaktallergien, die ebenfalls auch in den verwendeten Farbmischungen für die Tattoos zu finden sind, sind unter anderem Schwermetalle, wie beispielsweise

  • Nickel
  • Chrom
  • Kobalt
  • Quecksilber
  • Mangan
  • ...

So beinhaltet beispielsweise die Farbe Rot Zinnober, was Quecksilber enthält. Bei Gelb ist es Kadmium, bei Blau Kobalt und bei Grün Chromoxid.

Wenn also salopp von einer Tattoo-Allergie gesprochen wird, dann ist damit nicht die Allergie gegen generell einem Tattoo gemeint, sondern gegen einer der Stoffe, die man in den verwendeten Farben findet, wenn nicht nur Tusche verwendet wird. Dementsprechend taucht solch eine „Tattoo-Allergie“ auch verstärkt bei Farb-Tattoos auf. Schwarze Farbe ist in der Regel ungefährlich, da diese aus Kohle hergestellt wird, die nur sehr selten eine Allergie auslöst. Am kritischsten ist hingegen die Farbe Rot.

Eine Tattoo-Allergie muss sich nicht unbedingt genau an der Stelle des Tattoos bemerkbar machen. Sie kann an jeder Stelle des Körpers auftrete und vor allem jederzeit. Auch Jahre nach dem das Tattoo gestochen wurde.

Ein spannender Fall von einer besonderen Tattoo-Allergie berichtet das Fachblatt "Contact Dermatitis" im Juni 2017. Dort wird von einem Fall berichtet, bei dem ein Mann bei einem Allergietest eine Reaktion auf eine Titan-Lösung zeigte. Vor dem Test juckten seine Tätowierungen und er fühlte sich angeschlagen – hatte gar grippeähnliche Symptome und Fieber. Das Besondere an diesem Fall: Der Mann hatte die Tattoos schon seit etwa 20 Jahren auf seiner Haut, ehe die Beschwerden auftraten. Die Lösung: Schuld waren wohl zwei Implantate, sogenannte Cages, die zwar aus Kunststoff bestehen, allerdings an Metallschrauben befestigt sind. Diese Schrauben bestehen auch aus Titan. In Kombination mit den Tattoos, in deren schwarze Tattoofarbe ebenfalls metallisches Titan vorhanden war, trat dann die heftige Reaktion auf.

Sollte man einen Allergietest vor dem Stechen eines Tattoos machen?

Wer weiß, dass er anfällig für Allergie ist, z.B. weil schon ein jemand in der Familie eine Kontaktallergie hat, der sollte auf jeden Fall vor dem Stechen des Tattoos einen Allergologen aufsuchen und sich beraten lassen. Ein Allergietest kann mit einem Epikutantest durchgeführt werden.

Zwar ist die Gefahr einer „Tattooallergie“ sehr gering, wenn diese aber auftritt, muss das schon gestochene Tattoo wieder entfernt werden. Das tut dann doppelt weh, sowohl auf der Haut als auch im Geldbeutel.

Wenn man einen Allergietest durchführen möchte, sollte man dem behandelnden Arzt klar kommunizieren, dass der Allergietest für ein Tattoo ist. Nur so kann der Arzt auch die richtigen Stoffe auswählen, auf die getestet wird. Ein allgemeiner Allergietest reicht an dieser Stelle nicht aus.

"Am häufigsten haben 25- 34-Jährige Tattoos (28%), bei den 18- bis 24-Jährigen sind es lediglich 12 Prozent.
Etwa jeder 7. bereut die Tinte unter seiner Haut"

Quelle: YouGov OmnibusDaily, 2015

Hat der Allergietest eine Allergie gegen einen bestimmten Stoff ermittelt und man möchte dennoch nicht auf das Tattoo verzichten, dann muss man den Kontakt mit dem Tätowierer seines Vertrauens aufnehmen. Dieser muss sagen, welche Stoffe in den verwendeten Farben enthalten sind. Ein guter Tätowierer verwendet nur Farben, die nach der Tätowiermittel-Verordnung (TätV) zugelassen sind. In diesem Fall sollte es kein Problem sein, die tatsächlichen Bestandteile der Farben auch nennen zu können.

Nur so kann auch das Auslösen einer Allergie minimiert werden, in dem die richtigen Farben ausgewählt werden. Ganz ausgeschlossen werden kann aber selbst dann nicht eine Allergie, da das Risiko einer späteren Reaktion immer besteht. Zusätzlich darf man auch Kreuzallergien nicht vergessen.

Eine scheinbare Alternative zu einem Allergietest ist das sogenannte Punkt-Tattoo. Hier wird einfach ein sehr kleiner Punkt auf die Haut tätowiert und geschaut, wie sich der Körper verhält. Da aber für jede Farbe ein eigener Punkt tätowiert werden müsste, ist dies nicht wirklich eine Alternative, da die Punkte bei Auftritt einer Allergie ja auch wieder entfernt werden müssten.

Quellen und Verweise

Allgemeiner wichtiger Hinweis:
Die auf dieser Seite aufgeführten Informationen wurden im bestem Gewissen nach dem aktuellen Stand der Forschung zusammengetragen und aufbereitet. Für eine Richtigkeit kann dennoch nicht garantiert werden. Deshalb dienen die Informationen auch nicht für eine Selbstdiagnose und ersetzen auf keinen Fall einen Arztbesuch. Darüber hinaus dienen die Artikel der allgemeinen Bildung und stellen keine Beratung für individuelle Fälle dar. Bei Fragen rund um Ihre Gesundheit ist der Arzt immer erster Ansprechpartner!

Artikel zuletzt aktualisiert am 10.09.2017